KUK - Die Kinderunfallkommission – Radfahren

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Fahrradfahren will gelernt sein

radfahren 01© ADAC / Bernhard HuberRad fahren ist gesund, es macht Spaß und ist umweltfreundlich. Wer mit dem Fahrrad fährt, spart Benzin und somit bares Geld.

Nach dem Laufen ist Fahrradfahren die wichtigste Fortbewegungsart für Kinder. Fast alle Kinder haben ein Rad. Doch bewegen sie sich damit auch sicher im Straßenverkehr?

Radfahren im Straßenverkehr…

Verkehrssicherheit mit dem Fahrrad© ADAC… überfordert die meisten Kinder. Sie denken, fühlen und handeln anders als Erwachsene. Dies muss beim Fahrradfahren im Straßenverkehr berücksichtigt werden, denn hier können gefährliche Unfälle passieren. Die Fähigkeiten der Kinder werden häufig überschätzt. Sie sind von dem für sie unübersichtlichen Verkehrsgeschehen oft überfordert. Allein mit dem Fahrrad unterwegs, sind sie einem erheblichen Unfallrisiko ausgesetzt. Lassen Sie Ihr Kind deshalb nicht zu früh als Fahrradfahrer am Straßenverkehr teilnehmen, am besten erst nach der Radfahrprüfung in der Schule. Üben Sie mit ihrem Kind.

So entwickelt Ihr Kind seine Fähigkeiten

Kinder haben ein kleineres Gesichtsfeld und ein geringeres Hörvermögen, langsamere Reaktionszeiten und einen schlechteren Gleichgewichtssinn als Erwachsene.Die folgenden Altersangaben sind nur Richtwerte, denn jedes Kind entwickelt sich anders. Haben Kinder wenig Freiraum, wenig Platz zum Spielen, sind sie Stubenhocker und haben selten Gelegenheit, ihre Umwelt zu erkunden, so entwickeln sie sich oft langsamer als ihre Altersgenossen.

  • Bis 5 oder 6 Jahre: Kinder bemerken eine Gefahr erst, wenn sie bereits akut gefährdet sind
  • Ab 8 Jahre: Kinder können Gefahren voraussehen und wissen, durch welche Verhaltensweisen sie in Gefahr geraten. Es gelingt ihnen, Entfernungen richtig zu bewerten. Sie können auf dem Rad gleichzeitig mehrere Handlungen sicher ausführen, z.B. Bremsen, den Verkehr beobachten und Handzeichen geben. Das Verhalten an Ampeln und Zebrastreifen wird beherrscht.
  • Ab 10 Jahre: Sie können Geschwindigkeiten richtig einschätzen. Kinder sind in der Lage, auf ungewohnte Situationen, wie den Ausfall einer Fußgängerampel, angemessen zu reagieren.
  • Ab 14 Jahre: Kinder können den Straßenverkehr überblicken und sich relativ sicher darin bewegen.

Roller und/oder Laufrad bereiten Kinder auf das Rad vor

Manzoschule in München 09.05.2016 und 10.05.2016Model Release vorhanden© ADACDer Roller stellt eine wichtige Stufe in der Entwicklung der kindlichen Mobilität dar. Ein gummibereifter Tretroller mit guten Bremsen ist die beste Vorbereitung auf das Radfahren. Lenken, bremsen, Gleichgewicht halten und die eigene Geschwindigkeit einschätzen werden auf dem Roller optimal erlernt. Und wenn es brenzlig wird, kann man abspringen.

Bevor Ihr Kind auf das Fahrrad umsteigt, sollte es Erfahrungen mit einem Laufrad sammeln. Auf dem Laufrad sitzt das Kind relativ niedrig und kann sich dadurch sowohl gut abstützen als auch kräftig mit beiden Füßen abstoßen. Das schafft Sicherheit, macht Spaß und bringt fast von selbst das Gefühl für die Balance. Übrigens muss man nicht unbedingt extra ein Laufrad anschaffen. Ein kleines Kinderfahrrad, bei dem die Pedale abgeschraubt und der Sattel nach ganz unten gestellt wurden, erfüllt den gleichen Zweck.

Übung macht den Radfahrer – Trainieren Sie mit Ihrem Kind.

Damit Ihr Kind richtig Rad fahren lernt, ist es unbedingt notwendig, den Umgang mit dem Rad und das Verhalten im Straßenraum zu trainieren. Besonders gut eigenen sich anfangs Plätze ohne Verkehr, auf denen man Auf- und Absteigen, Anfahren, Rollen, Kurvenfahren und Bremsen üben kann. Das sind Situationen, bei denen die meisten Unfälle passieren. Man sollte auch auf verschiedenen Untergründen wie Sand, Kies, Schotter, Nässe oder feuchtem Laub üben, weil dort das Fahrverhalten des Rades anders ist. Aber Achtung: Überfordern Sie Ihr Kind nicht! Zum Beispiel, wenn die sichere verkehrsfreie Umgebung mit dem reizüberflutenden Straßenverkehr getauscht wird. Denken Sie immer daran, dass Sie in jeder Verkehrssituation ein gutes Beispiel geben. Fahrradhelm und Handzeichen gehören selbstverständlich dazu.

Stützräder sind out!

Stützräder führen nicht selten zu bösen Stürzen, wenn z.B. ein Rad an der Bordsteinkante keinen Halt findet oder Kurven mit zu hohem Tempo gefahren werden. Gleichgewichtssinn und Koordination werden nicht trainiert und erschwert das Erlernen des „Gleichgewichtsfahrens“. Das Laufrad oder das Abmontieren der Pedale am Kinderfahrrad ist die beste Vorbereitung auf das Radfahren.

Wo darf mein Kind fahren?

Manzoschule in München 09.05.2016 und 10.05.2016Model Release vorhanden© ADACDas Radwegesystem ist leider nicht immer perfekt ausgebaut. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten von Fahrspuren für Radfahrer. Ein Kind kann leicht den Überblick verlieren. Deshalb ist es wichtig, dass sie gemeinsam mit Ihrem Kind „Erkundungstouren“ machen. So lernt es, wo es fahren darf.  Kinder unter 8 Jahren müssen nicht mehr unbedingt auf dem Gehweg fahren. Sie dürfen baulich abgetrennte Radwege benutzen (und sollten es auch). Fahren sie auf dem Gehweg darf sie nur ein Erwachsener begleiten.

Ist Ihr Kind jünger als 8 Jahre, dann empfiehlt es sich, an seinem Fahrrad einen hohen, bunten Wimpel zu montieren. So wird Ihr Kind besser gesehen.

Immer mit Helm!

radfahren 05Helme in hellen Farben und auffälligem Design helfen anderen Verkehrsteilnehmern, Radfahrer besser zu erkennen. © ADACModerne Helme sind leicht und angenehm zu tragen. Natürlich kann ein Helm nicht alle Verletzungen verhindern, aber ein passender Helm dämpft beim Sturz den Aufprall des Kopfes und verhindert so schwere Kopfverletzungen, die häufigsten Verletzungen bei Radfahrern. Sie enden häufig tödlich oder haben bleibende Schäden zur Folge. Deshalb sollten auch die ganz Kleinen, wenn sie in geeigneten Sitzen oder im Fahrradanhänger mitgenommen werden, immer einen Helm tragen. Das gilt auch für Fahrten mit dem Roller und dem Laufrad.

 

 

Das sichere Fahrrad

  • radfahren 06Gute und sichere Bremsen am Vorder- und Hinterrad, d.h. so früh wie möglich Felgenbremse vorne und hinten – das erspart die Umgewöhnung und dadurch entstehende Unfälle.
  • Rutschsichere Pedale mit großen, gelben Rückstrahlern
  • Große, gelbe Seitenreflektoren an Vorder- und Hinterrad oder reflektierende Leuchtstreifen am Reifen
  • Geschlossener Kettenschutz
  • Licht möglichst mit Nabendynamo, sonst Dynamo am Hinterrad. Achten Sie darauf, dass die Beleuchtung eine Standlicht-Funktion hat. Das ist nicht vorgeschrieben, dient aber der Sicherheit Ihres Kindes beim Anhalten im Dunkeln.
  • Vorne: Scheinwerfer zum Sehen und Gesehenwerden und einen weißen Reflektor
  • Hinten: Schlussleuchte und Großflächenreflektoren
  • Rutschfeste Handgriffe mit weichen, dicken Enden
  • Klingel
  • Prallschutz am Lenker

Des weiteren muss das Fahrrad die richtige Größe haben. Wenn das Kind auf dem Sattel sitzt, muss es mit den Füßen den Boden gut erreichen können.

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